Ab in die Karpaten

Wir schaffen es doch noch, die Lethargie der Hitze zu überwinden und starten, welch Ironie, am ersten Regentag Richtung Berge. Vorbei am fruchtbarsten Teil des Landes fahren wir durch die wunderprächtig sozialistische und gaaanz leicht heruntergewirtschaftete Stadt Resita mit den riesigen, still vor sich hinrostenden Bergwerksruinen. Und dann haben wir es endlich geschafft, es geht in immer engeren Kehren ins Gebirge. Alles wunderbar, nur das Wetter nicht. Nach einem längeren Disput, den ich für mich entscheiden konnte (und mir einen herrlich sauren Ehemann eingebracht hat), landen wir im wohl schrägsten Hotel Rumäniens (statt wild campierend im Zelt), im Gasthof Tirol. Alles ist stilecht, bis zu den Vorhängen und den Lederhosen und Trachten der Mitarbeiter. Auch das Setting rundherum stimmt, so dass man sich wirklich im Tirol wähnt. Am nächsten Tag scheint wieder allseits die Sonne und wir erklimmen unseren ersten Pass (ja klar, mit dem Auto). Der heisst Semenic und bietet was ein Pass halt so bietet. Runter gehts über Weiden und durch einen märchenhaften, uralten Buchenwald und dann steht dem wildcampen am Lac Secul (bei Valiug, im östlichsten Teil der Karpaten) nichts mehr im Wege. Einen Platz zu finden ist nicht ganz einfach, denn das Campen ist die grosse Leidenschaft der Rumänen. Unsere Schritte sind übrigens immer noch klein, wir sind nur gut 100km von Timisoara entfernt.

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