Rumänien zum ersten: Die Hitze des Banat, Timisoara

An der Grenze von Serbien zu Rumänien herrscht trostlose Stille, die Zöllner langweilen sich und wollen genau wissen, was denn nun in den Kisten auf dem Dach zu finden ist (Waffen? Munition?Die grünen Armeekisten brauchen mal einen neuen Farbanstrich…). Es funktioniert der immer gleiche Trick: das hintere Fenster öffnen und den Blick auf die beiden soooo süssen Kleinen freigeben und schon werden wir durchgewunken. Und dann noch ein „La Revedere“ und schon sind wir fast Freunde. Der Start in Rumänien war dann gelinde gesagt grässlich, nach mühsamer Fahrt (wenn Madleina nicht schläft, dann will sie bespast werden oder nölt und schreit. Und die Geschichte des Zwerges Murlibutz zerrt schon arg an unseren Nerven) Ankunft in Timisoara (Hauptstadt des Banat), mitten im Verkehrsgetümmel, alle müde und grässlichster Laune, die Suche nach einem Hotel gestaltet sich schwierig und die Hitze hat uns im Griff. Nun sind wir bei der Mamma in der Casa Leone angekommen, wir werden bemuttert und umsorgt. Das Thermometer klettert täglich nahe an die 40 Grad Grenze, es ist eigentlich viel zu heiss für eine Stadt, wir bleiben trotzdem. Timisoara heisst nicht umsonst Klein-Wien, es wimmelt von Historismus- und Jugendstilbauten. Im Zoo befällt uns leicht das Grauen, den Kinder gefällts trotzdem (na klar, es dürfen alle, Bären und Ziegen im Besonderen, mit weiss Gott was allem gefüttert werden). Zu unserem Glück gibts eine eigene Brauerei mit Biergarten und Frischgezapftem, da kühlen sich auch die heissen Gemüter wieder etwas. Hier finden sich nun auch endlich die wunderbaren alten Kisten auf den Strassen, es wimmelt von Dacias der älteren Bauart (in Serbien gabs auch noch Yugos und Zastavas, die waren auch nicht schlecht).

Und noch ein letztes zum Glauben: nachdem die Armen so lange nicht in die Kirche durften, tun sie es nun mit viel Inbrunst und Häufigkeit. Man betet und spendet und zündet Kerzen an was das Zeug hält. Hoffen wir, dass es was bringt. Und vor den Kirchen gibts immer zwei Metallkästen für die Kerzen: einer für die Toten und einer für die Lebenden. Nur damit da nicht etwas durcheinander kommt. Ein Ave Maria schicken wir euch, eine Kerze zünden wir natürlich auch noch an für euch alle.

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