Der Start war ja wirklich gelungen. Plötzlich die breitesten Autobahnen in bestem Zustand und fast für uns allein. Der erste Zwischenhalt in der unscheinbaren Stadt Serres lässt nur auf Gutes schliessen. In der erstbesten Kneipe essen wir wunderbar. Und Thessaloniki ist zwar keine architektonische Schönheit, dafür mit einem unglaublichen Flair und einem netten Cafe an jeder Ecke, wo man immer mal wieder einen Cappucino freddo trinken kann (Bilder unter Trinkkultur zu finden). Das Cafe-trinken haben die Griechen ja zur Vollendung gebracht, da können die Italiener irgendwie einpacken. Die Thessaloniki-Biennale war dafür etwas sehr lauwarm, aber wir sind ja nicht wegen der Kunst hier. Oder zumindest nicht wegen der zeitgenössischen.
Weiter gehts ins Landesinnere, zu den Meteora Klöstern. Und auf der Fahrt merke ich, dass ich ja schon keine Ahnung von Griechenland habe. Ich hatte da so ein komisch touristisches Klischeebild im Kopf, so mit Meer und weissen Häusern und alten Männern, die Ouzo trinken. Dabei wimmelt das Land ja nur so von Bergen! Und auf den absurdesten stehen dann diese Klöster (die natürlich, einmal mehr, Unesco-zertifiziert sind. Aber das hatten wir ja schon ein paar mal). Statt das prächtige Wetter auszunutzen und da hochzukrakseln, verhängen wir die Tage auf dem Campingplatz, plaudern und trinken bis in alle Puppen mit Marlen und Matthias und lassen die Kinder (die haben deren auch zwei) den ganzen Tag spielen und freuen uns an unserer ungewohnten Freiheit, nicht bespassen zu müssen. Als wir dann doch aufbrechen, überfällt uns bereits beim ersten Kloster das wunderbarste Gewitter (aus dem uns die beiden oben genannten mit ihrem Wohnmobil retten). Und das ist dann leider der Anfang vom Ende des Sommers, so wie es aussieht.
Wir versuchen unser Glück weiter im Süden. Das Orakel von Delphi weissagt uns leider auch nichts Gutes für den Peloponnes, darum gibts nur noch eine windige Übernachtung am Meer (ein herrliches Plätzchen, man könnte so schön baden und den Fischern einen Fisch abkaufen, aber eben, wohl nicht mehr dieses Jahr) und am nächsten regnerischen Nachmittag kippen wir die eh nicht allzu fixen Pläne und buchen eine Fähre nach Kreta. Der einzige Ort in Griechenland wo keine mehrtägigen Regengüsse angesagt sind. Und weil ich ja von Josef bestens weiss, dass das eh der schönste Fleck auf Erden ist, freuen wir uns schon auf die Rückkehr der Wärme. Die nun doch noch etwas auf sich warten lässt, wir sind erst bei 18 Grad (am Mittag). Aber so leicht geben wir nicht auf. Und unsere englischen Nachbarn lassen sich von dem eher garstig-windigen Wetter nicht abhalten und empfehlen uns für morgen einen wunderbaren Strand zu Baden (es soll morgen doch 20 Grad werden, das reicht ja wohl schon fürs Baden, oder?!).